Lohnfortzahlungsbetrug

Lohnfortzahlungs­betrug: Krankfeiern oder wirklich krank?

Vorgetäuschte Arbeitsunfähigkeit, umgangssprachlich Krankfeiern, kostet Unternehmen Lohn, Vertretung und das Vertrauen im Team. Wir klären den Verdacht diskret und liefern Beweise, die vor dem Arbeitsgericht bestehen.

Beispiel: Ein Monatkrank gemeldet Feiertag
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Typisches Muster: Krankmeldungen rund um Wochenenden und Brückentage. Ein Muster allein beweist nichts, kann aber ein Anlass für eine Prüfung sein.

Muster erkennen

Wenn sich die Krankmeldungen wiederholen.

Montags, freitags, rund um Brückentage oder direkt nach einem abgelehnten Urlaubsantrag: Viele Arbeitgeber spüren lange, dass etwas nicht stimmt, bevor sie handeln.

Ein solches Muster allein beweist nichts. Es kann aber zusammen mit weiteren Hinweisen einen konkreten Verdacht begründen. Genau diesen prüfen wir mit Ihnen, bevor eine Observation beginnt.

Anzeichen

Typische Hinweise auf Krankfeiern.

Auffällige Zeitpunkte

Krankmeldungen häufen sich vor oder nach Wochenenden, Feiertagen, Brückentagen oder dem Urlaub.

Auf einen Konflikt folgend

Die Krankschreibung kommt direkt nach einem abgelehnten Urlaubsantrag, einer Abmahnung oder einer Kündigung.

Hinweise aus dem Umfeld

Kollegen oder Kunden berichten von Aktivitäten, die nicht zur angegebenen Erkrankung passen.

Nebentätigkeit

Es gibt Hinweise auf einen Nebenjob, ein eigenes Gewerbe oder Schwarzarbeit während der Krankschreibung.

Angekündigte Krankheit

Sätze wie „Dann bin ich eben krank“ fallen, bevor die Krankmeldung tatsächlich kommt.

Passgenaue Krankschreibung

Nach einer Kündigung deckt die Krankschreibung genau die verbleibende Kündigungsfrist ab.

Ausführlich erklärt im Ratgeber: Lohnfortzahlungsbetrug erkennen – die 6 Warnsignale.

Rechtslage

Was Arbeitgeber wissen sollten.

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz zahlen Arbeitgeber bei Arbeitsunfähigkeit bis zu sechs Wochen den Lohn weiter. Seit 2023 wird die Arbeitsunfähigkeit in der Regel elektronisch über die Krankenkasse gemeldet. An der Pflicht zur Lohnfortzahlung ändert das nichts.

Der Beweiswert der Krankschreibung

Die ärztliche Bescheinigung hat vor Gericht einen hohen Beweiswert. Er kann aber erschüttert werden, wenn konkrete Tatsachen ernsthafte Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit begründen. Das Bundesarbeitsgericht hat etwa 2021 entschieden, dass eine Krankschreibung, die passgenau die Kündigungsfrist abdeckt, ihren Beweiswert verlieren kann (Az. 5 AZR 149/21). Solche Tatsachen zu dokumentieren, ist unsere Aufgabe.

Genesungswidriges Verhalten

Krank heißt nicht, das Haus nicht verlassen zu dürfen. Einkaufen oder ein Spaziergang sind meist erlaubt. Wer aber während der Krankschreibung schwer körperlich arbeitet, einen Nebenjob ausübt oder Tätigkeiten nachgeht, die der Genesung schaden, verletzt seine Pflichten. Geht es nicht um eine Krankmeldung, sondern um falsch angegebene Arbeitszeiten, etwa im Außendienst, lesen Sie weiter unter Arbeitszeit- und Spesenbetrug.

Wann eine Detektei zulässig ist

Arbeitgeber dürfen eine Detektei beauftragen, wenn ein konkreter, auf Tatsachen gestützter Verdacht besteht und mildere Mittel nicht ausreichen. Die Observation muss verhältnismäßig sein. Deshalb prüfen wir jeden Auftrag vorab und stimmen uns auf Wunsch mit Ihrer Kanzlei ab.

Kosten zurückfordern

Bestätigt sich der Verdacht, können Arbeitgeber die erforderlichen Detektivkosten nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts unter Umständen vom Arbeitnehmer zurückverlangen. Auch der zu Unrecht gezahlte Lohn kann zurückgefordert werden. Mit welchen Kosten Sie für eine Observation rechnen müssen, zeigt unsere Übersicht zu Detektivkosten.

Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Die rechtliche Bewertung Ihres Falls übernimmt Ihre Kanzlei.

Ablauf

So gehen wir vor.

  1. Vertrauliches Gespräch

    Sie schildern Verdacht und bisherige Beobachtungen, gern mit Ihrer Kanzlei.

  2. Vorprüfung

    Wir prüfen, ob der Verdacht für eine zulässige Observation ausreicht.

  3. Gezielte Einsätze

    Wir planen die Tage, an denen ein Verstoß am wahrscheinlichsten ist. Kein Dauereinsatz, keine unnötigen Kosten.

  4. Dokumentation

    Zeitprotokoll und Fotodokumentation, wo rechtlich zulässig.

  5. Bericht und Aussage

    Gerichtsfester Bericht und auf Wunsch Zeugenaussage vor dem Arbeitsgericht.

Wie ein solcher Bericht aufgebaut ist, zeigt unser Musterbericht.

Folgen

Was nach einem bestätigten Verdacht möglich ist.

Abmahnung oder Kündigung

Je nach Schwere bis hin zur fristlosen Kündigung. Unser Bericht liefert die Grundlage dafür.

Rückforderung

Zu Unrecht gezahlter Lohn und unter Umständen die Detektivkosten können zurückgefordert werden.

Klare Signalwirkung

Konsequentes Handeln schützt die ehrlichen Mitarbeitenden, die sonst die Mehrarbeit tragen.

Vertraulich

Schildern Sie uns den Verdacht.

Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden. Die betroffene Person erfährt nichts.

Felder mit * sind Pflicht. Für unsere Antwort genügt eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer, auch eine anonyme E-Mail-Adresse ist in Ordnung.

Fragen zum Lohnfortzahlungsbetrug.

Was ist Lohnfortzahlungsbetrug?

Lohnfortzahlungsbetrug liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer eine Arbeitsunfähigkeit vortäuscht oder sich während einer Krankschreibung genesungswidrig verhält, etwa einer anderen Arbeit nachgeht, und trotzdem Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber erhält. Arbeitgeber zahlen im Krankheitsfall bis zu sechs Wochen den Lohn weiter.

Ist eine Krankschreibung nicht unanfechtbar?

Nein. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hat einen hohen Beweiswert, er kann aber durch konkrete Tatsachen erschüttert werden. Das Bundesarbeitsgericht hat etwa entschieden, dass eine Krankschreibung, die passgenau die Kündigungsfrist abdeckt, ihren Beweiswert verlieren kann (Az. 5 AZR 149/21).

Was darf ein krankgeschriebener Mitarbeiter tun?

Alles, was die Genesung nicht gefährdet. Einkaufen, ein Spaziergang oder ein Arztbesuch sind in der Regel unproblematisch. Kritisch wird es bei Tätigkeiten, die der Erkrankung widersprechen, etwa schwere körperliche Arbeit bei Rückenleiden oder ein Nebenjob während der Krankschreibung.

Was kann ich als Arbeitgeber tun, bevor ich einen Detektiv beauftrage?

Sie können das Gespräch suchen, Fehlzeiten dokumentieren und bei Zweifeln die Krankenkasse bitten, die Arbeitsunfähigkeit durch den Medizinischen Dienst prüfen zu lassen. Reicht das nicht aus und gibt es konkrete Hinweise, ist eine Observation durch eine Detektei der nächste Schritt.

Wann ist eine Observation durch einen Detektiv zulässig?

Wenn ein konkreter, auf Tatsachen gestützter Verdacht besteht und mildere Mittel nicht ausreichen. Die Überwachung muss verhältnismäßig sein und darf nur im öffentlichen Raum stattfinden. Wir prüfen das vor jedem Auftrag.

Wer trägt die Detektivkosten?

Bestätigt sich der Verdacht, können Arbeitgeber die erforderlichen Detektivkosten nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts unter Umständen vom Arbeitnehmer zurückfordern. Voraussetzung ist ein konkreter Verdacht vor der Beauftragung.

Welche Folgen drohen dem Mitarbeiter?

Je nach Fall Abmahnung, ordentliche oder fristlose Kündigung, Rückforderung des Lohns und der Detektivkosten. Vorgetäuschte Arbeitsunfähigkeit kann zudem als Betrug strafbar sein. Die rechtliche Bewertung übernimmt Ihre Kanzlei.

Wie lange dauert eine Observation?

Meist reichen wenige gezielt geplante Einsätze an den Tagen, an denen ein Verstoß am wahrscheinlichsten ist. Den Umfang legen wir vorab mit Ihnen fest, damit die Kosten kalkulierbar bleiben.

Was steht im Bericht?

Ein lückenloses Zeitprotokoll mit Datum, Uhrzeit, Ort und beobachteten Tätigkeiten, ergänzt um Fotodokumentation, wo rechtlich zulässig. Sachlich und ohne Wertung, so dass Ihre Kanzlei ihn direkt im Verfahren nutzen kann.

Was kostet ein Detektiv bei Verdacht auf Lohnfortzahlungsbetrug?

Der Stundensatz liegt zwischen 70 und 110 Euro zzgl. MwSt. (83,30 bis 130,90 Euro inkl. 19 % MwSt.), abgerechnet im 20-Minuten-Takt, Bericht inklusive. Wir planen gezielte Einsätze an den Tagen, an denen ein Verstoß am wahrscheinlichsten ist, statt einer teuren Dauerüberwachung. Vorab erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Bestätigt sich der Verdacht, können die Kosten unter Umständen vom Arbeitnehmer zurückverlangt werden.

Der Mitarbeiter wohnt in einer anderen Stadt. Ist das ein Problem?

Nein. Wir ermitteln in ganz Schleswig-Holstein und Hamburg, etwa in Kiel, Lübeck, Flensburg, Neumünster oder Norderstedt, und bei Bedarf auch darüber hinaus. Entscheidend ist, wo sich der Mitarbeiter während der Krankschreibung aufhält.

Einsatzgebiete

Lohnfortzahlungsbetrug in Ihrer Region.

Wir prüfen Krankmeldungen in ganz Schleswig-Holstein und Hamburg. Wählen Sie Ihre Region für Informationen vor Ort.

Kostenlose Erstberatung

Verdacht auf Krankfeiern?

Schildern Sie uns den Fall. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob eine Observation sinnvoll ist.

Telefonisch Mo–Fr 9–17 Uhr, WhatsApp jederzeit. Unser Team meldet sich persönlich bei Ihnen.

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