DETEKTEI KÖRNER

§ 238 StGB (Nachstellung) setzt voraus, dass die Kontaktaufnahme beharrlich und wiederholt erfolgt und die Lebensgestaltung des Opfers erheblich beeinträchtigt. Genau das muss belegbar sein — ein vages "Ich fühle mich beobachtet" reicht rechtlich nicht aus, auch wenn das Gefühl absolut berechtigt ist.

Was Sie selbst dokumentieren können

  1. Führen Sie ein lückenloses Vorfallsprotokoll. Datum, Uhrzeit, Ort, genaue Beschreibung — auch scheinbar kleine Vorfälle gehören hinein, da sich das Gesamtbild erst im Muster zeigt.
  2. Sichern Sie Nachrichten und Anrufe. Screenshots von SMS, WhatsApp, Social-Media-Nachrichten — mit sichtbarem Datum und Absender.
  3. Fotografieren Sie Sachbeschädigungen oder auffällige Situationen sofort, bevor Spuren verschwinden.
  4. Notieren Sie Zeugen, die Vorfälle mitbekommen haben.

Wo die Grenzen der Selbstdokumentation liegen

Was Sie selbst nicht leisten können, ist eine neutrale, gerichtsfeste Dokumentation von Verhaltensmustern über einen längeren Zeitraum — etwa ob eine Person tatsächlich wiederholt an bestimmten Orten auftaucht, wo Sie sich aufhalten. Diese Art von Beweis erfordert professionelle Beobachtung, weil sie strukturiert, neutral und ohne emotionale Färbung dokumentiert werden muss.

Ein einzelner Vorfall wirkt oft harmlos. Erst das dokumentierte Muster zeigt die Beharrlichkeit, die § 238 StGB voraussetzt.

Was Sie vermeiden sollten

  • Direkten Kontakt zur stalkenden Person suchen, um die Situation "zu klären" — das kann eskalieren.
  • Zu lange warten, bevor Sie die Polizei einschalten oder professionelle Hilfe suchen.
  • Beweise unsortiert sammeln, statt sie von Anfang an chronologisch zu ordnen.

Der nächste Schritt

Mit einer professionellen, strukturierten Dokumentation — die Ihr eigenes Protokoll sinnvoll ergänzt — steigen die Chancen auf eine erfolgreiche Anzeige oder ein gerichtliches Näherungsverbot erheblich.

Mehr dazu auf unserer Themenseite: Stalking & Nachstellung dokumentieren →

Häufige Fragen

Fragen zur Stalking-Dokumentation

Es ist ein wichtiger erster Baustein, aber eine zusätzliche professionelle, neutrale Dokumentation stärkt die Beweislage erheblich, besonders bei der Frage der Beharrlichkeit.

Es gibt keine feste Zahl — entscheidend ist die Gesamtbetrachtung von Häufigkeit, Intensität und Auswirkung auf die Lebensgestaltung des Opfers.

Eine strukturierte, gerichtsfeste Dokumentation macht das Ausmaß oft erst sichtbar und kann helfen, eine Anzeige erfolgreich voranzubringen.

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